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Das World Wide Web und Ihre Privatsphäre

Das Internet ist aus Ihrem Alltag sicher nicht mehr wegzudenken. Die zahlreichen Dienste wie Online-Banking, Fahrkartenauskünfte, Nachschlagewerke o.Ä. sind eine große Hilfe bei Ihren alltäglichen Aufgaben. Außerdem nutzen Sie wahrscheinlich auch Unterhaltungs- und Einkaufsmöglichkeiten, bleiben durch E-Mail, Instant-Messaging oder soziale Netzwerke mit Freunden in Kontakt oder tauschen sich in Foren mit Menschen aus, die ähnliche Interessen wie Sie besitzen.

Die Kommunikation mit dem Internet erzeugt eine ganze Reihe von digitalen Spuren, die automatisiert erfasst und ausgewertet werden. Einige Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, individuelle Nutzerprofile zu erstellen. Solche Datensätze haben einen hohen wirtschaftlichen Wert, da Unternehmen durch diese ein umfassenderes Bild von Ihnen erhalten können. Dies wird im Fachjargon der Datensammler als Datenanreicherung bezeichnet.

Es gibt viele Gründe, warum man digitale Surfspuren vermeiden sollte: manche der beobachteten Daten fließen in Scoringmodelle ein, die für die Vergabe von Krediten, für eine individuelle Preisgestaltung von Angeboten oder die Zulässigkeit einer Bezahlung per Nachnahme benutzt werden. Arbeitgeber können sich vor der Einstellung neuer Mitarbeiter ein Persönlichkeitsprofil der Bewerber aus Spuren im Netz erstellen lassen. Die Meinungsfreiheit wird eingeschränkt, wenn Regierungen oder Institutionen einzelne Surfer für den Besuch, die Benutzung oder die Editierung bestimmter Webangebote verfolgen oder deren Benutzung gar nicht erst zulassen. Firmen können Mitarbeiter anderer Unternehmen oder sogar der Konkurrenz auf ihren Webseiten erkennen und anschließend mittels Werbeanrufen oder E-Mails belästigen. Außerdem ermöglichen diese Daten es, Schwachstellen im Rechner aufzudecken. Dadurch kann ein Hacker den Rechner direkt und gezielt angreifen.

Problematisch an den Internetspuren ist auch, dass sie ohne Ihre Zustimmung und von Ihnen weitestgehend unbemerkt erhoben, gespeichert, weitergeleitet und verarbeitet werden. Basierend auf diesen Informationen können Entscheidungen getroffen werden, die für Sie nicht nachvollziehbar sind.

Suchmaschinen und soziale Netzwerke erstellen Persönlichkeitsprofile

Suchmaschinen, wie Google, Yahoo und MSN, speichern Ihre IP-Adresse und Ihre Suchanfragen für viele Monate oder sogar Jahre. Auch Statistik- und Werbedienste, wie Phorm, Doubleclick, Google Adwords oder Google Analytics, können Ihre IP-Adresse und die von Ihnen besuchten Webseiten speichern. Anhand der IP-Adresse wird auch ihre E-Mail-Kommunikation für das Profiling genutzt, soweit die Dienstleister darauf Zugriff haben.

Freie Informationen werden verboten

Neben der direkten Internet-Zensur, die den Abruf bestimmter Webseiten technisch verhindern soll, gibt es auch eine indirekte Zensur: die Angst, für den bloßen Konsum unerwünschter Inhalte Nachteile zu erfahren.

Meinungsfreiheit für Blogger und Aktivisten

Blogging ist eine Art "Tagebuch-Journalismus": Blogger stellen ihre Erlebnisse und Ansichten ins Internet, um sie möglichst vielen anderen Leuten mitzuteilen. Viele Blogger schreiben anonym, um einer Bestrafung, beruflichen Nachteilen oder einer gesellschaftlichen Ächtung wegen ihrer freien Meinungsäußerung zu entgehen.

Geheimdienstliche Arbeit und Strafverfolgung

Obwohl die IP-Adressbereiche von Geheimdiensten geheim gehalten werden, geraten sie manchmal ganz oder teilweise an die Öffentlichkeit. Anhand der bekannten IP-Adressbereiche lassen sich Operation nachvollziehen oder Einzelheiten aus der Arbeit rekonstruieren, beispielsweise dass der BND mit einem bestimmten Escort-Service in Berlin ein besondere Zusammenarbeit pflegte.

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