JonDonym umgeht Internet-Sperren

Zugangssperren für den Abruf bestimmter Internet-Inhalte zu setzen, scheint in vielen Staaten in Mode zu kommen. Dabei werden durch diese Art der Zensur keiner­lei Probleme gelöst, sondern nur verheimlicht. Da Zensur-Listen zu Internet­seiten typischer­weise keiner parlamentarischen oder judi­kativen Kontrolle unter­liegen, ist deren Miss­brauchs­potenzial auch in demokratischen Staaten außerdem sehr hoch. Bezeichnend ist, dass sogar bestimmte Opfer, in deren Namen für Internet­zensur geworben wird, sich offen gegen eine solche Alibi-Maßnahme aussprechen. Denn wirklich geholfen wird mit der Sperrung von Web­seiten niemandem, sondern höchstens geschadet. Freie Informationen werden verboten. Dagegen ist das Abschalten von Web-Servern, auf denen illegitime Inhalte angeboten werden, in den meisten Fällen schnell über inter­nationale Rechts­hilfe oder über einen kurze Nachricht an den Web­hoster möglich.

JonDonym wird daher auch zu dem Zweck entwickelt, den Nutzern frei­zustellen, welche der im Internet verfüg­baren Informationen sie abrufen möchten. Dabei kommen verschiedene Verfahren zur Anwendung:

Resistenz gegen Missbrauch

Urheberrechtsverletzungen und illegale Downloads

Urheberrechtsverletzungen über JonDonym-Mixe sind nicht wirtschaftlich und daher eher unwahr­scheinlich. Das liegt daran, dass der Nutzer entweder den Daten­verkehr bezahlen muss (Uploads/Downloads über Premium-Mixe), oder aber die Verbindung sehr langsam ist (kostenlose Mixe). Da JonDo-Benutzer außerdem nicht als Server/Anbieter von Daten agieren können, ist eine Verbreitung von geschütztem oder illegalen Material (Filme, Kipo etc.) über Tausch­börsen nicht möglich.

Für die seltenen Fälle, in denen eine Urheberrechtverletzung passieren könnte, gilt jedoch: Eine nachträgliche Aufdeckung ist technischen weder für Mix-Betreiber noch für die JonDos GmbH machbar.

Webseiten-Hacking, Schummler und Foren-Spam

Einzelne Nutzer könnten JonDonym missbrauchen, um sich beim Hacken von Webseiten, Beleidigungen in Foren oder beim Schummeln in Online-Spielen vor Verfolgung zu schützen. Gemeldet werden jährlich Zahlen im unteren zwei­stelligen Bereich, bei täglich Tausenden legitimen Nutzern. Betreiber von Web­seiten können, wenn sie solche Angriffe nicht anderweitig abwehren, eine Sperr­liste zu ihren DNS-Namen / IP-Adressen / URLs an JonDos senden.

Für die Aktivierung ihrer Sperrliste ist ein Nachweis erforderlich, dass ein Vertretungs­recht für die genannten Adressen besteht. Außerdem bitten wir um eine Erklärung, welche Art von Missbrauch auftritt und warum sie sich nicht selbst dagegen schützen können. Zur öffentlichen Überprüfung der Recht­mäßigkeit der Sperrungen ist die voll­ständige Liste hier öffentlich einsehbar. In der Regel werden die Mix-Betreiber die Sperr­liste übernehmen. Dies ist jedoch nicht verpflichtend. Alternativ kann man daher auch selbst den Zugang über die Adressen der Ausgangs-Mixe sperren, die als XML-Datei mit den IP-Adressen hier veröffentlicht sind.